Pauline Grabosch gewinnt WM-Titel im Zeitfahren
Shanghai. Pauline Grabosch aus dem Track Team Brandenburg ist neue Weltmeisterin im 1000-Meter-Zeitfahren. Bei der Bahn-WM in Shanghai (China) krönte sich die 28-Jährige, die vor einigen Wochen ihren Lebensmittelpunkt nach Schwerin verlegt hat und künftig weiter dort trainieren wird, erstmals zur Titelträgerin in einer Einzeldisziplin. 2018 hatte Grabosch bei der WM in Apeldoorn WM-Bronze im Sprint gewonnen. 2018, 2020, 2021, 2022 und 2023 war sie Teamsprint-Weltmeisterin. In diesem Jahr belegte sie in Shanghai mit Lea Sophie Friedrich und Clara Schneider Platz drei.
Schon in der Qualifikation fuhr Grabosch deutliche Bestzeit, lag fast acht Zehntelsekunden vor der Konkurrenz. Und das bestätigte die Olympia-Dritte von 2024 im Teamsprint im Finale. Grabosch hatte dort zwar nicht die schnellsten Rundenzeiten – aber sie fuhr konstant und war auch hinten raus noch schnell unterwegs, schneller als alle anderen. Mit einer Fahrzeit von 1:04,572 Minuten verwies sie die Niederländerin Hetty van de Wouw (1:05,223) um mehr als sechs Zehntelsekunden wieder klar auf Platz zwei. Dritte wurde mit Sofie van Rooijen (1:05,398) ebenfalls eine Niederländerin. In der Qualifikation stellte Grabosch zudem in 1:03,804 Minuten einen deutschen Rekord auf.
„Der WM-Titel bedeutet mir alles. Ich meine, es war schon immer etwas Besonderes, das Podium mit den anderen Mädels zu teilen, aber ich glaube, es ist zehn Jahre her, seit ich ganz allein auf dem obersten Treppchen stand“, so die fünffache Teamsprint-Weltmeisterin, die 2017 U23-Europameisterin im 500-Meter-Zeitfahren wurde und damit ihren bislang letzten Einzeltitel holte. Das 1000-Meter-Zeitfahren gibt es für Frauen erst seit 2025. Im Vorjahr in Chile verpasste Grabosch wie schon einige Male zuvor als Siebte knapp den Sprung auf das Podium. „Ich wollte der Welt einfach zeigen, dass ich zu mehr fähig bin als nur zu einer einzigen Runde. Ich war früher die Anfahrerin, jetzt fahre ich Position drei im Teamsprint, und ich glaube, nicht viele Leute hätten gedacht, dass ich Weltmeisterin über 1000 Meter werden könnte", sagte die neue Weltmeisterin Pauline Grabosch.
